Tipps und Tricks b. Bau von Wildbienen-Nisthilfen

Jede angefertigte Nisthilfe sollte Richtung Süden ausgerichtet sein, pralles Sonnenlicht ist sehr wichtig, denn Wildbienen lieben Sonne und ganz viel Wärme! Außerdem nimmt auch das Holz die Wärme auf, strahlt diese aus und lockt so mit den bereit stehenden Öffnungen die suchenden Bienen beinahe magisch an.

Sollten Sie einen Standort im Freien vorziehen achten sie bitte auf eine überstehende, stabile Dachkonstruktion welche die Niströhren vor Unwettern schützt und trocken hält. Damit halten Sie auch Pilz- und Schimmelwuchs fern.

Bitte bei frei aufgestellten Hotels auf eine stabile Rückwand achten, welche das Hotel von hinten gegen Wind und gegen Durchzug schützt. Jeglicher Durchzug nimmt Wärme aus dem Hotel die die Bienen dringend bei ihren Nistaktivitäten benötigen.

Mit der Klimaerwärmung ändert sich unser Wetter! Stürme aber auch einzelne Windböen werden schwerer. Eine gute Verankerung im Boden und gegebenenfalls eine zusätzliche Abstützung schützen ein frei stehendes Insektenhotel nachhaltig. Sämtliche Riedhalme und Bambus sollten fest und eng eingebaut sein, da Windböen direkt von vorn, lose Teile sonst heraus drücken.

Da wo Sie Ihr Insektenhotel aufgestellt haben, sollte die gesamte Saison ein Nahrungsangebot für die Wildbienen vorhanden sein. Jede auch in kleinerem Rahmen angelegte Bienenwiese mit verschiedenen Trachtpflanzen hilft unseren Bienen Pollen und Nektar zu sammeln.

Ein Insektenhotel, sei es noch so klein, macht seinem Namen alle Ehre, denn es ist nicht nur Nistplatz. Bei starkem Regen, böigen Wind, heftigen Unwettern aber natürlich auch in der Nacht ist es Rückzugsgebiet und Schlafplatz zugleich. Auch tagsüber sitzen Bienen in den Gängen um Deckung zu suchen oder einfach nur auszuruhen.

Benutzen Sie ausschließlich abgetrocknetes Hartholz, weiches Holz nimmt Feuchtigkeit (auch aus der Luft) auf und quillt und kann die Brut zerstören.

Bohren Sie Löcher zwischen 2 – 8mm, die 50-80mm tief sein müssen. Feine Restpartikel und Rückstände vom Bohren müssen nicht zwanghaft entfernt werden, manche Bienen nutzen diese aus der freien Nebenröhre als Baustoff zum „vermauern“.

Bohren Sie nicht zu viele Löcher in ein Holz um Rissbildung zu verhindern. Wenn Sie die Wahl haben nutzen sie statt des Hirnholzes immer das Längsholz.

Bitte achten Sie beim Zuschneiden von Riedhalmen oder Bambusstäbchen und bei dessen Einbau in das Hotel stets darauf, dass das hintere Ende verschlossen ist. Wenn sie es kurz hinter dem eigenen immer wiederkehrenden Knoten abschneiden gilt dies als ausreichend.

Bauen Sie auch Rutenstücke beispielsweise der Himbeere ein, diese sind zwar gefüllt doch gibt es Bienensorten die gern ihre Nistgänge selbst aushöhlen.

Immer wieder werden Ziegelsteine in Hotels eingesetzt, diese erfüllen aber nur ihren Zweck wenn die Hohlräume mit Ried und oder Bambus gefüllt sind oder aber Strangfalzziegel eingesetzt werden.

Wertlos sind Lehmwände zur Förderung grabender Bienenarten, weil das Lehmmaterial fast immer viel zu hart ist... ich selbst habe Lehmfächer und aus diesem Grund hier Löcher selbst vorgebohrt, welche von der Lehm-Wespe dankbar angenommen wurde.

Vermeiden Sie untaugliche Nisthilfen, insbesondere solche mit Glasröhrchen zur Beobachtung der Nistaktivitäten im Inneren. Bei Verwendung dieses wasserdampfundurchlässigen Materials kann die Wildbienenbrut in den Röhrchen nämlich verpilzen. Was als Nisthilfe gedacht ist und fatalerweise auch bereitwillig von den Tieren bezogen wird, verwandelt sich daher häufig zur Todesfalle. (aus nabu.de)

Große Insektenhotels werden oft noch kombiniert mit einem Nistraum für Hummeln. Verzichten Sie darauf! Da das Hotel Richtung Süden ausgerichtet ist würde eine sich wirklich eingefundene Hummelkönigin und ihr Volk im Hochsommer einen qualvollen Hitzetod sterben.

Zur Abwehr von hungrigen Vögeln, insbesondere im Winter, kann man Nisthilfen vorrausschauend mit einem Drahtgeflecht oder Netz versehen.

Bitte verzichtet auf jeglichen Einsatz von Insektiziden und Pestiziden!!! Das Immunsystem und der Organismus nicht nur der Honigbiene sondern auch der Wildbiene, aber auch der Hummeln und Wespen ist einfach zu schwach dafür. Sie können auf Dauer diesen Giften die sie beim Nektar- und Pollensammeln aufnehmen nicht standhalten.


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